„Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.“
Das kleine Lied bezeugt seit über 200 Jahren Jesu Geburt und seine Gegenwart: Christus kommt zu uns, ist bei uns, segnet uns, reicht uns die Hand und geht mit uns.
Ist das nicht erstaunlich: Ein Lied mit so viel Christus-Zeugnis ist – allen religiösen und weltlichen Veränderungen der vergangenen 200 Jahre zum Trotz – der Evergreen, der Ohrwurm, ein Weihnachtslied schlechthin? Und wo immer „Alle Jahre wieder“ jetzt wieder erklingt, summen Menschen mit.
Dieses Lied spricht viele Menschen – nicht nur Christ*innen – an, weil sein Christus „in jedes Haus“ kommt und weil sein Christus „mir zur Seite“ ist und „mich“ leitet. Christus – so spüre ich beim Singen – ist auch für mich persönlich da.
Und so kann ich, während ich von ihm singe, auch von mir bzw. über mich singen: über mich auf dieser Erde ohne Frieden, über zerbombte Häuser, wo nur noch Not zu Hause ist, über Wege und Entscheidungen, die mir Angst machen, über mich, der verunsichert ist, über mich, der eine leitende Hand ersehnt.
Ich weiß: Vielen Christ*innen fehlt im Liedtext der Hinweis auf Gottessohnschaft, Kreuzigung und Auferweckung Jesu. Doch mir scheint: Es ist doch der menschgewordene und mitmenschliche Christus, der wegen seiner Botschaft von Gottes Zugewandtheit und Heil für die Menschen gekreuzigt und auferweckt wurde.
Burkhard R. Knipping, Pulheim |