Autor/in: Esther Dufner, Köln
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19. Dezember 2025

Unerwartetes
 

Advent ist die Zeit des Wartens – und oft auch des Unerwarteten. Das heutige Tagesevangelium (Lk 1,5-25) erzählt uns die Geschichte von Zacharias und Elisabeth, den Eltern von Johannes dem Täufer. Sie kennen das Warten nur zu gut. Jahre, Jahrzehnte sehnen sie sich nach einem Kind. Doch die Hoffnung scheint längst verblasst. Die Realität ist klar: „Sie waren beide hochbetagt.“ 

Und dann geschieht es: Mitten im Alltag, mitten im Dienst im Tempel, tritt ein Engel auf. Eine Botschaft, die alles verändert: „Dein Gebet ist erhört.“ Unerwartet. Unfassbar.

So ist Gott. Er sprengt unsere Grenzen, unsere Berechnungen, unsere Zeitpläne. Wo wir „zu spät“ sagen, beginnt er Neues. Wo wir resignieren, öffnet er Türen.

Doch das Unerwartete fordert uns heraus. Zacharias kann es nicht glauben. Er verstummt – und wird gerade dadurch zum Zeichen. Manchmal nimmt Gott uns die Worte, damit wir neu hinhören.

Advent lädt uns ein, mit offenen Herzen zu warten. Nicht auf das Erwartbare, sondern auf das Unerwartete. Auf den Gott, der kommt – anders, größer, überraschender, als wir denken.

Vielleicht ist das die eigentliche Adventsfrage: Wo lasse ich Raum für Gottes Überraschungen?

Esther Dufner, Köln

 
 
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