Vor zwei Jahren bin ich zurückgezogen in mein Elternhaus in einem Vorort von Köln. Hier gibt es die schöne Tradition des Adventskalenders: Jeden Abend öffnet ein anderes Fenster und eine andere Familie für eine Stunde den Vorgarten für Gäste bei Glühwein, Punsch, Gebäck und anderen Köstlichkeiten. In diesem Jahr bin auch ich zum ersten Mal dabei. Die Zahl 17 ist schon seit einigen Tagen im Fenster zu sehen. Ich hatte alles vorbereitet, es gab eine Kinderweihnachtskrippe aus beweglichen Figuren und die Weihnachtsgeschichte auf „Kölsch“ (das man nicht nur trinken, sondern auch sprechen kann), dazu festliche Adventsmusik vom Band.
Es ist schön, viele Nachbarn zu begrüßen und über dieses und jenes zu plaudern. Da bringt der Advent auf besondere Weise Menschen zusammen und ich lerne die Nachbarn noch einmal ganz neu und anders kennen. Die Kinder wuseln herum und es ist heimelig bei Kerzenglanz und beleuchteten Sternen. Interessant ist es, zu sehen, wie viele sich in diesen Tagen aufmachen, um kreativ für andere da zu sein. Geschichten, Spiele, Lieder – jedes Haus bietet etwas anderes auf. Der Advent ist eine wunderbare Zeit, aufeinander zuzugehen und Nähe zu schaffen – ein Platz gegen Einsamkeit und für Verständigung.
Ich bin sehr froh, dass ich vor zwei Jahren den Umzug zurückgeschafft habe, und danke für eine gute Nachbarschaft im Veedel. Mitmenschlichkeit und gegenseitige Unterstützung sind eben auch eine Wirklichkeit Gottes – besonders im Advent.
Peter Jansen, Köln |