Autor/in: Esther Dufner, Köln
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22. Dezember 2025

Zwischen Müdigkeit und Erwartung
 

Die Kerzen leuchten, doch mein Herz ist müde.

Die Tage waren voll – Listen, Termine, Gedanken.

Ich wollte mich bereiten, wollte Raum schaffen für das Wunder.

Und nun stehe ich da: erschöpft, kurz vor dem Fest.

 

Doch gerade hier, in meiner Müdigkeit, spricht Gott:

„Siehe, ich komme – nicht, weil du fertig bist,

sondern weil ich dich liebe.“

Die letzten Vorbereitungen drängen,

aber vielleicht ist die wichtigste Vorbereitung die Stille.

 

Ein Atemzug, ein Gebet:

„Herr, komm in meine Unruhe, komm in meine Müdigkeit.“

Das Kind in der Krippe braucht keinen perfekten Ort.

Es kommt in das Unfertige, in das Kleine, in das Schwache.

 

Vielleicht ist meine Müdigkeit der Raum,

in dem das Licht geboren werden kann.

So lege ich meine Listen nieder,

und öffne meine Hände – leer, aber bereit.

 

Denn das Fest kommt nicht durch meine Leistung,

sondern durch Gottes Nähe.

Esther Dufner, Köln

 
 
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