Seit einigen Jahren wächst das Interesse an Madeleine Delbrêl. Sie prägte im Frankreich des frühen 20. Jahrhunderts viele Menschen. In die Vorplanung des Zweiten Vatikanischen Konzils war sie mit einbezogen. Madeleine Delbrêl vereint vieles in sich: Sie war Mystikerin, Poetin, Sozialarbeiterin und jemand, die Gott unterwegs bei den Menschen gefunden hat.
Delbrêl schrieb u. a. einen Text mit dem Titel „Liturgie der Außenseiter“. Darin war sie überzeugt davon, dass die Liebe und das Sakrament der Liebe in der Nächstenliebe und in der Gemeinschaft der Menschen erfahrbar gelebt werden.
Ihre tiefgreifende Überzeugung und persönliche Hingabe führen mich zum heutigen Weihnachtsevangelium nach Johannes, geht es doch auch hier um ein theologisches Grundverständnis. Jesus ist von Gott gesandt als Licht, Leben und Wahrheit. Wir können uns von Gott beschenken lassen, uns in seinem Licht sehen und die Liebe Gottes im Alltäglichen zum Sakrament werden lassen. Das vollzieht sich in Beziehungen genau dann, wenn wir den Menschen nahe sind.
Es heißt, wir sind von Gott gesandt. Weihnachten bringt Hoffnung auf – mit einem großen Jubel zum Neuanfang, mit einer rettenden Botschaft für alle Menschen. Gott kommt allen ganz nahe. Auf vielfältige Weise werden Gefühle angesprochen und mit den Gefühlen und Begegnungen kann die eigene Gottesbeziehung untergehen oder aufleuchten.
Wir tragen die persönliche Entscheidung im Herzen, wie und ob wir gerade mit Gott unterwegs im Leben sind. Die Botschaft ist eine Einladung: Ich, dein Gott, bin hier – und wo bist Du?
Felizitas Marx, KAB Düsseldorf,
Geschäftsführerin Katholische Jugendagentur Wuppertal gGmbH |